Vier Monate auf dem Schiff, unzählige Erlebnisse, unvergessliche Momente und ein Alltag, der zwischen Routine und Abenteuer schwankte – mein Vertrag auf der Mein Schiff 7 war eine intensive Erfahrung, die mich sowohl beruflich als auch persönlich geprägt hat. Nach einer kurzen Reise durch Norwegen startete das eigentliche Abenteuer in Kiel, von wo aus wir Kurs auf die Kanaren nahmen. Die darauffolgenden Monate verbrachte ich hauptsächlich zwischen Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, Madeira und Lanzarote – Häfen, die mir bald so vertraut wurden, dass sie sich fast wie ein zweites Zuhause anfühlten.




Die erste Zeit an Bord war geprägt von neuen Herausforderungen, einem frischen Team und der Aufgabe, Struktur in den Arbeitsalltag zu bringen. Gleichzeitig bot sich mir die Chance, eine für mich neue Region der Welt zu entdecken. Besonders Madeira hat mich mit seiner Vielfalt begeistert – die Mischung aus tropischer Vegetation, spektakulären Küsten und futuristischer Architektur machte die Insel zu einem meiner Highlights. Das Klima auf den Kanaren war durchweg angenehm, und selbst im Dezember konnte ich noch in kurzer Hose herumlaufen – ein Kontrast zur winterlichen Kälte in Deutschland.
Mit der Zeit wurde das Fahrtgebiet jedoch vorhersehbar. Da wir immer die gleichen Routen fuhren, kannte ich die meisten Ecken bereits nach wenigen Wochen. Was anfangs noch aufregend war, wurde irgendwann zur Routine. Dennoch gab es immer wieder besondere Erlebnisse, die diese Zeit einzigartig gemacht haben. Einer der intensivsten Trips war meine nächtliche Tour in Gran Canaria, wo ich mit zwei Freunden ein Taxi nahm, um den Sonnenaufgang in den Dünen zu erleben. Es war das erste Mal, dass ich meine Drohne richtig einsetzte – und prompt landete sie direkt im Sand. Trotzdem war es ein magischer Moment, gemeinsam in der Stille der Morgendämmerung zu stehen und die ersten Sonnenstrahlen zu genießen.



Ein weiteres Abenteuer spielte sich in Lanzarote ab, als ich mir einen Mietwagen schnappte, nachdem ich mit dem Team eine lange Nacht in der Bar verbracht hatte. Nach nur zwei Stunden Schlaf machte ich mich auf den Weg, um einen gigantischen Krater zu besichtigen. Was ich nicht bedacht hatte: Die angegebene Gehzeit auf Google Maps war völlig unrealistisch, weshalb ich kurzerhand losjoggen musste, um den Sonnenuntergang rechtzeitig zu erreichen. Mit meiner kompletten Kameraausrüstung auf dem Rücken erklomm ich schließlich den Kraterrand – völlig außer Atem, aber mit einer atemberaubenden Aussicht belohnte.




Auch La Gomera hat mich beeindruckt. Die Insel ist ein Naturparadies mit faszinierenden Kontrasten: vermooste, neblige Wälder auf der einen Seite, karge Landschaften auf der anderen. Eine Taxitour mit einer Kollegin führte uns zum Wahrzeichen der Insel – ein massiver Felsen, der an diesem Tag in dichte Nebelschwaden gehüllt war und dadurch eine mystische Stimmung erzeugte.


Mein absolutes Highlight aber war Madeira. Diese Insel bietet eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften und Möglichkeiten zum Wandern. Ich könnte mir gut vorstellen, irgendwann für einen längeren Aufenthalt dorthin zurückzukehren. Besonders beeindruckend war die Overnight an Silvester, die mir das weltberühmte Feuerwerk über Funchal bescherte. Es war ein unglaubliches Spektakel, das die ganze Stadt in ein Lichtermeer tauchte – ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.


Weihnachten auf dem Schiff zu verbringen, war hingegen eine völlig neue Erfahrung. Die typische Weihnachtsstimmung kam kaum auf, da der Alltag durch Arbeit bestimmt war und sich kaum von anderen Tagen unterschied. Es war ungewohnt, aber nicht unbedingt negativ – einfach eine andere Art, die Feiertage zu verbringen.
Rückblickend war dieser Vertrag auf der Mein Schiff 7 eine intensive Zeit voller Höhen und Tiefen. Das Fahrtgebiet war wunderschön, aber auf Dauer etwas eintönig, das Team hingegen war großartig, und die gemeinsamen Erlebnisse haben die Routine immer wieder aufgelockert. Es gab anstrengende Tage, magische Momente und spontane Abenteuer, die diesen Abschnitt zu einer wertvollen Erfahrung gemacht haben. Jetzt, wieder an Land, blicke ich mit Dankbarkeit zurück und freue mich bereits auf meinen nächsten Vertrag – mit neuen Herausforderungen, neuen Orten und neuen Geschichten, die darauf warten, erlebt zu werden.
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