Mein Roadtrip durch den Balkan – Teil 2: Von der Adriaküste bis nach Albanien (26. Februar – 6. März)

Das Abenteuer geht weiter, von der Adriaküste aus geht es bis in das wunderschöne Albanien. Ein Ort an dem noch vieles unentdeckt und die Menschen hilfsbereit sind.

 

Nachdem wir Dubrovnik hinter uns gelassen hatten, führte unsere Reise weiter entlang der spektakulären Adriaküste. Das Wetter blieb wechselhaft, aber das hielt uns nicht davon ab, neue Orte zu erkunden und spontane Entscheidungen zu treffen. Mit der offenen Straße vor uns und keiner festen Route im Kopf fühlte sich jede Etappe wie ein kleines Abenteuer an.

Auf dem Weg nach Montenegro nahmen wir eine kleine Fähre, die uns über eine Meerenge brachte. Eine kurze, aber wunderschöne Überfahrt – das Wasser spiegelte die umliegenden Berge wider, und die Ruhe des Moments passte perfekt zur Atmosphäre dieses Roadtrips. An Land ging es weiter durch beeindruckende Berglandschaften, vorbei an zerklüfteten Felsen und einsamen Buchten. In Montenegro angekommen, beschlossen wir, uns für eine Nacht ein Airbnb zu nehmen, um unsere Wäsche zu waschen und uns ein wenig zu organisieren. Währenddessen hingen unsere frisch gewaschenen Sachen zum Trocknen quer durch das Apartment – ein improvisiertes Chaos, aber effektiv.

Die Straßen wurden schmaler, die Landschaft wilder. Wir fuhren durch kleine Bergdörfer, über kurvenreiche Pässe und entlang von Schluchten, bis wir schließlich die Grenze nach Albanien erreichten.

Unser erster Stopp war jedoch nicht Teth, sondern ein kurzer Halt in Shkodra, um uns mit einer SIM-Karte und Bargeld auszustatten. Danach setzten wir unsere Reise direkt fort, ohne lange in der Stadt zu bleiben. Die Route nach Teth ist atemberaubend – eine schmale Straße schlängelt sich durch die Berge, immer weiter nach oben. Als wir die höchste Stelle der Strecke erreichten, war plötzlich alles um uns herum tief verschneit. Die Straße war noch passierbar, aber rechts und links türmten sich die Schneemassen. Doch kaum begann die Abfahrt in das Tal, veränderte sich die Szenerie komplett: In Teth selbst lag kein Schnee mehr, die Temperaturen waren milder und die Landschaft zeigte sich in ihrer ursprünglichen, wilden Schönheit.

Teth ist bekannt für seine spektakulären Gipfel und seine unberührte Natur. Doch auch hier konnte man sehen, dass immer mehr für den Tourismus erschlossen wird – neue Gebäude, Ausbau von Unterkünften, Straßenarbeiten. Wir entschieden uns, eine Wanderung durch das Tal zu machen, um die Umgebung aus nächster Nähe zu erkunden. Nach rund fünf Kilometern entschieden wir uns, wieder umzukehren – nicht, weil es zu gefährlich war, sondern weil wir die Landschaft einfach genug genossen hatten und es nicht nötig war, weiterzugehen. Es war eine angenehme Tour mit beeindruckenden Ausblicken, die die Reise definitiv wert war.

Nach diesem Abstecher zog es uns weiter in die Städte. In Tirana angekommen, gönnten wir uns eine Pause und tauchten ein wenig in das Stadtleben ein. Wir fanden ein Restaurant, das von außen unscheinbar wirkte, sich aber als wahres Highlight entpuppte: eine Mischung aus nostalgischer Einrichtung mit alten Telefonen, Spielzeugautos und Schallplatten – ein Ort voller Details, die eine ganz eigene Geschichte erzählten. Wir schlenderten durch die Stadt, beobachteten das lebhafte Treiben auf den Straßen und genossen die entspannte Atmosphäre. Von Tirana aus ging es weiter nach Berat, auch bekannt als die “Stadt der tausend Fenster”. Die weißen Häuser mit ihren gleichmäßigen Fenstern, die sich am Hang entlangziehen, verleihen der Stadt eine besondere Ästhetik.

Wir erkundeten die historische Altstadt, liefen hoch zu einer Festung und ließen den Abend mit einem Blick über die Stadt ausklingen. Am nächsten Morgen, noch bevor die Sonne richtig über die Berge kam, machten wir uns wieder auf den Weg – dieses Mal in Richtung der heißen Quellen von Permet.

Die Quellen waren einer der Orte, die ich schon seit meiner letzten Reise nach Albanien besuchen wollte, es aber nie geschafft hatte. Diesmal sollte es klappen. Das Wasser war angenehm warm, türkisblau und lag idyllisch eingebettet zwischen Felsen und Bergen. Leider merkte man, dass die Region zunehmend für den Tourismus erschlossen wurde – der einst unberührte Charakter begann langsam zu weichen. Trotzdem war es ein perfekter Ort, um kurz innezuhalten und die Wärme des Wassers zu genießen.

Nach einem entspannten Vormittag ging es weiter zum Blauen Auge (Syri i Kalter), einer natürlichen Quelle, die mit ihrem tiefen Blau beeindruckt. Ich war bereits 2021 hier gewesen, doch als wir diesmal ankamen, zeigte sich ein krasser Unterschied: Damals war der Weg dorthin noch eine holprige Schotterpiste, nun war alles asphaltiert, mit einer Plattform für Touristen und deutlich mehr Infrastruktur. Es war faszinierend zu sehen, wie sich Orte innerhalb weniger Jahre verändern können.

Natürlich konnte ich nicht widerstehen, meine Drohne zu starten und einige Aufnahmen der Quelle aus der Luft zu machen. Dabei passierte mir ein kleines Missgeschick – die Drohne blieb im Baum hängen. Also hieß es: hochklettern und sie retten. Zum Glück blieb sie unversehrt, und die Aufnahmen waren es wert.

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Blaues Auge Albanien an der Adria

Während wir uns langsam auf den Weg nach Durres machten, merkte ich plötzlich, dass meine Bremsen nicht mehr richtig funktionierten. Die Bremsbeläge waren stark abgenutzt, und da ich keine Pässe mehr fahren konnte, beschlossen wir, den direkten Weg in die Stadt zu nehmen. Sicherheit ging vor, und ich wollte nicht riskieren, auf kurvigen Bergstraßen Probleme zu bekommen. So endete dieser Abschnitt unserer Reise etwas früher als geplant, aber mit dem Bewusstsein, dass es die richtige Entscheidung war.

Wie es von Durres aus weiterging, erfahrt ihr im nächsten Blogpost: Mein Roadtrip durch den Balkan – Teil 3: Vom Blauen Auge zur Adria – unterwegs in Albanien.

 

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