4 Monate Leben und Arbeiten auf dem Kreuzfahrtschiff – Mein Alltag als Crewmitglied

 

Wie es wirklich ist, 4 Monate auf See zu arbeiten

Wenn man hört, dass jemand auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet, denken viele sofort an türkisfarbenes Wasser, freie Tage an Traumstränden und ein Leben wie im Dauerurlaub. Doch die Realität an Bord ist eine andere – strukturierter, intensiver und doch voller einzigartiger Momente. In diesem Artikel zeige ich, wie das Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff tatsächlich aussieht – aus meiner Perspektive als Fachleiter/ Vitalcoach im Sportbereich.


Arbeitszeit statt Urlaubszeit

Ich bin seit April 2025 auf der Mein Schiff 1 im Einsatz – mein Vertrag läuft bis Mitte August. Als Fachleiter im Sportbereich bin ich für Kursplanung, Organisation, Beratung und Betreuung der Gäste zuständig. Die meisten Tage beginnen früh: Entweder um 8:00 Uhr oder – bei Spätschicht – ab 12:00 Uhr. An Seetagen bin ich in der Regel durchgehend bis 20:00 Uhr im Einsatz, unterbrochen von einer Pause. Hafentage bieten zwar etwas Spielraum – meist vier Stunden Freizeit –, doch wie viel man von einem Hafen sieht, hängt stark vom Liegeplatz und der Tagesplanung ab.


Frei – aber nicht frei verfügbar

Der Reiz der Route ist groß – Karibik, Mittelmeer, Ostsee, Island oder Norwegen. Doch der Blick aus der Crewkabine ersetzt nicht das echte Erleben. Wer denkt, ich könnte spontan den Tag an Land verbringen, täuscht sich. Manchmal bleibt genug Zeit für einen Cappuccino in der Altstadt, eine kurze Wanderung oder ein paar Fotos – aber oft reicht es nur für einen kleinen Spaziergang zwischen den Schichten.

Doch es gibt sie, diese wertvollen Momente: ein Gespräch mit einem offenen Gast, ein Sonnenuntergang über dem Meer, eine ruhige Minute an Deck. Sie sind seltener, aber sie zählen umso mehr.


Was viele nicht sehen: Die Struktur hinter den Kulissen

Die Arbeit an Bord ist durchgetaktet. Neben dem regulären Dienst kommen Sicherheitstrainings, organisatorische Aufgaben, Teambesprechungen und Schiffsabläufe hinzu. Es gibt keine freien Wochenenden, keine Feiertage – jeder Tag ist ein Arbeitstag. Umso wichtiger ist ein funktionierender Rhythmus: Ich achte sehr auf meinen Schlaf und nutze auch die Mittagsstunden, um Energie zu tanken. Denn ohne Erholung funktioniert kein Alltag auf hoher See.


Wahre Freiheit – anders als gedacht

Freiheit ist für mich nicht nur ein geografischer Zustand, sondern auch ein inneres Gefühl. Die Begegnungen, das einfache Leben, das Reduzierte – das macht diesen Job und diesen Lebensstil besonders. Auch wenn es nicht immer möglich ist, das Schiff zu verlassen, finde ich meine Ruhe – sei es mit Noise-Cancelling-Kopfhörern oder dem Blick aufs Meer.

Sonnenuntergang

Arbeiten und reisen – geht das überhaupt zusammen?

Diese Frage stellt sich immer wieder. Die Antwort: Ja, aber nicht so, wie es sich viele vorstellen. Es ist ein Geben und Nehmen. Wer auf dem Schiff arbeitet, ist in erster Linie Teil des Betriebs. Die Zeit, die man frei hat, wird dadurch umso wertvoller. Und wer mit der richtigen Einstellung kommt – Neugier, Belastbarkeit, Teamgeist – wird auch viel zurückbekommen.

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