Wie ich in meinem Schiffsalltag fotografiere, plane und trotzdem kreativ bleibe
Wenn dein Arbeitsplatz ein Kreuzfahrtschiff ist und du nebenbei deiner Leidenschaft für Fotografie nachgehst, entsteht ein spannender Balanceakt zwischen Job, Alltagsroutinen und kreativer Freiheit. In diesem Beitrag gebe ich dir einen ehrlichen Einblick, wie ich es schaffe, trotz enger Zeitfenster und wechselnder Bedingungen meine Kamera zu zücken – und wieso genau das manchmal herausfordernder ist, als man denkt.
Alltag an Bord – begrenzte Freiräume, klare Strukturen
Ich arbeite im Sportbereich auf der Mein Schiff 1 – meist in zwei Schichten: von 8–12 Uhr und 16–20 Uhr. An Hafentagen habe ich also ungefähr vier Stunden Zeit, um rauszugehen, Orte zu erkunden und Bilder zu machen. An Seetagen dagegen bin ich durchgehend im Einsatz – ohne Landgang, ohne Fotospots, ohne Sonne im Gesicht.
Das klingt erstmal machbar, aber: Nicht jeder Hafen liegt fotogen oder zentral. Manchmal ist der Standort des Schiffs einfach ungünstig, sodass sich das Rausgehen trotz „Pause“ kaum lohnt. Dann bleibt die Kamera im Rucksack.
Zwischen Pflicht und Perspektive – Fotografieren mit Plan
Gerade weil meine Zeit begrenzt ist, plane ich meine Fotoeinsätze gezielt vorab. Ich arbeite mit Google Maps, Online-Bildersuchen und KI-Unterstützung, um Locations zu sichten und eine klare Entscheidung zu treffen: lohnen sich Kamera, Drohne oder doch nur das iPhone?


Meine Ausrüstung ist professionell, aber reduziert auf das Wesentliche:
- Sony Alpha 7 IV G Master Objektive 24–70 mm & 70–200 mm
- DJI Mini 4 Pro Drohne
- iPhone 16 Pro Insta360 X5 für spontane Perspektiven
Je nach Gegebenheiten entscheidet sich mein Setup: filme ich, fotografiere ich, nutze ich eher Zoom oder Weitwinkel, nehme ich die Drohne mit oder bleibe ich schlicht beim Smartphone. Jeder Hafen verlangt eine andere Herangehensweise – und oft auch Spontanität, wenn das Wetter nicht mitspielt oder die Stimmung einfach nicht passt.


Kreativität unter Druck – zwischen Sonnenuntergang und Zeitfenster
Die größte Herausforderung ist nicht das Equipment – es ist die Zeit. Sonnenaufgänge? Meist legen wir später an. Sonnenuntergänge? Oft sind wir dann schon unterwegs. Das bedeutet: die „goldenen Stunden“ entfallen fast immer. Ich muss lernen, auch bei hartem Licht kreativ zu werden und mich von Licht und Schatten leiten zu lassen.
Manchmal verspüre ich sogar einen inneren Druck, jetzt „unbedingt etwas fotografieren zu müssen“ – weil sich der Landgang sonst verschwendet anfühlt. Und das, obwohl ich genau weiß, dass es nicht immer funktioniert. Kreativität ist kein Schalter, den man umlegt. Sie ist stimmungsabhängig – und sie braucht Freiraum.
Warum ich trotzdem fotografiere – und wie ich mich motiviere
Es gibt auch Momente, in denen ich einfach nicht die Energie habe, rauszugehen und den perfekten Shot zu suchen. Vor allem nach intensiven Wochen an Bord, in denen ich fast durchgehend arbeite, wird die Kamera schwerer, die Lust kleiner, der Wille müder.
Aber dann erinnert mich ein Sonnenstrahl, ein Lichtspiel auf dem Wasser oder ein interessantes Gesicht daran, warum ich angefangen habe. Fotografie ist für mich eine Art des Festhaltens, der Reflexion, der Verarbeitung. Sie ist mein Weg, Eindrücke zu konservieren und Erlebnisse sichtbar zu machen – nicht nur für mich, sondern auch für alle, die mir folgen und meinen Weg ein Stück weit mitgehen.



Fazit: Zwischen Dienstplan und Bildmoment – ein kreativer Spagat
Fotografie auf dem Schiff ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist ein Kampf gegen die Zeit, gegen Umstände – aber auch ein Geschenk. Denn durch meine Arbeit bin ich an so vielen verschiedenen Orten, die ich sonst vielleicht nie gesehen hätte.
Ich nutze, was ich habe – an Zeit, an Licht, an Möglichkeiten – und schaffe daraus kleine Momentaufnahmen, die bleiben.
Und genau diese Momente machen meine Reise lebendig.
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