Nach nur zwei Stunden Schlaf, einer wilden Nacht und einem anstrengenden Aufstieg stand ich pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Kraterrand eines inaktiven Vulkans. Was mich dort erwartete, war ein magischer Moment inmitten einer kargen und beeindruckenden Landschaft – ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Die Nacht war kurz, die Pläne ambitioniert. Am Abend des 22. Novembers hatten wir an Bord einen Geburtstag gefeiert, ausgelassen, mit allem, was dazugehört. Erst um 2:00 Uhr fand ich den Weg zurück zum Schiff, doch an Schlaf war kaum zu denken. Bevor ich mich überhaupt ins Bett legen konnte, packte ich noch meinen Rucksack: Kamera, Objektive, Drohne – alles musste griffbereit sein. Zwei Stunden Schlaf lagen vor mir, dann würde der Wecker klingeln. Es war der Beginn eines Abenteuers, das mir lange in Erinnerung bleiben würde.
Um 4:50 Uhr startete der Tag. Kein Frühstück, keine Pause, nur der Gedanke an den bevorstehenden Ausflug hielt mich wach. Um 5:10 Uhr saß ich im Mietwagen, den ich am Abend zuvor organisiert hatte, und fuhr los. Laut Google Maps sollten es 30 Minuten bis zum Parkplatz sein, gefolgt von einem kurzen Fußmarsch von 2,6 Kilometern. Doch schon die Autofahrt zog sich länger hin als erwartet, und der Fußweg entpuppte sich als deutlich anspruchsvoller und länger als geplant. Die Dunkelheit machte das Vorankommen nicht einfacher, und mein Zeitpuffer schmolz dahin. Als ich schließlich den Fuß des Vulkans erreichte, war es schon fast zu spät. Der Aufstieg begann mitten in der Nacht, ohne Lichtquelle und dem Gedanken, rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Kraterrand zu stehen. Der Weg war steinig, das Gelände karg und unwirtlich. Doch genau diese raue Atmosphäre machte den Moment aus, als ich um 7:05 Uhr endlich oben stand. Die Landschaft, die sich vor mir ausbreitete, war beeindruckend: ein riesiger Krater inmitten einer trostlosen Vulkanlandschaft. Der Wind wehte unbarmherzig, und in der Ferne hing dichter Dunst über den Gebirgen. Es war ein Anblick, der eine Mischung aus Faszination und Respekt hervorrief. Drohnenaufnahmen waren bei diesen Bedingungen unmöglich, aber ich konnte einige Bilder machen, die den Moment festhielten.
Gerade als ich mich auf den Rückweg machen wollte, beschloss ich, noch ein Stück auf die höhere Seite des Kraters zu gehen. Es war eine spontane Entscheidung, und sie sollte sich auszahlen. Plötzlich brach die Sonne durch die Wolken, perfekt eingerahmt von den Kraterrändern. Es war ein magischer Moment, der die Strapazen des Morgens rechtfertigte. Für einen kurzen Augenblick schien die Zeit stillzustehen, und ich konnte nicht anders, als diesen besonderen Moment mit der Kamera festzuhalten.




Doch der Alltag wartete. Ich musste zurück, und die Uhr tickte. Der Abstieg verlief im Trailrunning-Stil, schnell und fordernd. Über loses Geröll und Staub lief ich Etappe für Etappe zurück. Die Landschaft, die sich im ersten Licht des Tages zeigte, war beeindruckend: schroffe Steinformationen und eine weite Ebene, die in der Nacht verborgen geblieben waren. Der Rückweg war alles andere als einfach, besonders mit den 10 Kilogramm Equipment auf dem Rücken. Doch um 8:15 Uhr erreichte ich schließlich den Parkplatz. Der letzte Abschnitt zurück zum Schiff war ein Wettlauf gegen die Zeit – 30 Minuten später, um 8:56 Uhr, war ich wieder an Bord. Gerade rechtzeitig, um um 9:00 Uhr mit der Arbeit zu beginnen.
Erschöpft, mit 18.000 Schritten auf der Uhr und einem Kopf voller Eindrücke, fiel ich zurück in den Alltag. Doch dieses Erlebnis wird mich noch lange begleiten. Es war ein Abenteuer, das mich an meine Grenzen brachte, aber auch zeigte, wie lohnend es sein kann, diese zu überschreiten. Ein Moment für die Ewigkeit, den ich so schnell nicht vergessen werde.
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