Digitaler Nomade: Was ich über Freiheit, Struktur und mich selbst gelernt habe

 

Als Nomade lebe ich ohne Wohnung. Ich reise, arbeite, lebe draußen, bin viel allein – und das ist kein dramatisches Abenteuer, sondern einfach mein Alltag. Viele stellen sich das Leben unterwegs ganz anders vor. Manche überschätzen es, andere unterschätzen es. Dieser Artikel ist kein Werbetext für das Nomadenleben, sondern eine ehrliche Betrachtung dessen, was ich tue – und was es mit mir macht.

 

 


 

Wenn ich unterwegs bin, sieht das für einige von außen vielleicht nach Freiheit aus. Aber nicht so, wie es oft dargestellt wird. Es geht beim Nomaden-Leben nicht um Dauerurlaub oder Instagram-taugliche Sonnenuntergänge. Es geht um Entscheidungen. Täglich. Und darum, bewusst mit sich selbst und der Umwelt klarzukommen.

Ich arbeite temporär – meistens auf dem Schiff. Vier Monate, sieben Tage die Woche, zehn Stunden täglich. Das ist nicht wenig. Und danach nehme ich mir Zeit für mich. Zwei, drei Monate. Aber auch diese Zeit ist kein Spaziergang, sondern eine Lebensphase mit ganz eigenen Herausforderungen.

 


 

Wer wie ich ohne festen Wohnsitz lebt, lernt schnell, wie wichtig Selbstorganisation ist. Ich habe kein Wohnzimmer, keine Routine, keine Wohnungstür, die ich hinter mir schließen kann. Ich muss selbst entscheiden, wo ich hinfahre, wie lange ich bleibe und was ich dabei brauche. Ich habe mein Auto, ein Dachzelt, meine Kamera und meine Ausrüstung. Mehr nicht. 

 

Gerome und Berge im Hintergrund
Ich und mein Elektrokram im Schlepptau 😆

 

Und genau das ist der Punkt: Ich weiß inzwischen ziemlich genau, was ich wirklich brauche. Ich weiß, was ich regelmäßig nutze. Ich weiß, was mich nervt. Und ich weiß, was mir gut tut. Weniger Zeug, mehr Klarheit.

 


 

Natürlich gibt es auch Momente, die anstrengend sind. Wenn es drei Tage durchregnet und du im Dachzelt hockst, ohne trockene Fläche drumherum. Wenn du den nächsten Schlafplatz suchst und nichts passt. Wenn du irgendwo in einem fremden Land unterwegs bist und keine Energie hast, den Tag aktiv zu gestalten.

Aber das gehört zum Nomaden dasein irgendwie dazu. Es ist nicht schlimm – es ist Teil des Lebens, das ich gewählt habe. Ich hadere nicht damit. Ich nehme es wahr, schau, was ich draus mache, und zieh weiter. Kein Drama, kein Beschweren – sondern Alltag in Bewegung.

 


 

Das Alleinsein ist für viele ein kritischer Punkt. Für mich nicht. Ich weiß, wie ich mit mir klarkomme. Ich genieße die Stille. Ich bin gern draußen, ich bin gern unterwegs. Ich bin gern allein, wenn es passt. Und ich weiß genauso, wann mir Gesellschaft gut tut. Man lernt mit der Zeit, was einem liegt – und was nicht. Ich weiß zum Beispiel: Trampen ist nichts für mich. Zu viel Smalltalk, zu viel Wiederholung, zu wenig Ruhe. Ich brauche meinen Raum.

 

 

Deswegen ist mein Leben nicht durchgeplant. Es ist spontan, flexibel, und ja – manchmal auch chaotisch. Aber nie kopflos. Ich weiß, wie ich mich erhole. Ich weiß, wann ich eine Pause brauche. Und ich weiß, wie ich unterwegs zur Ruhe komme, ohne anzukommen.

 


 

Ein Moment in diesem Jahr hat das alles nochmal bestätigt. Ich war auf einer Solo-Wanderung im Nationalpark Paklenica, Tag vier. Keine Bäume, keine Geräusche, nur Steinlandschaft, Wind, und ich. Kein Handyempfang, keine Nachrichten, keine Ablenkung. Und da kam dieser Gedanke: Ich habe gerade kein Zuhause.

 

Und es war kein Problem. Kein schweres Gefühl. Es war einfach nur wahr. Und irgendwie befreiend.

 

Ich glaube, viele können sich das gar nicht vorstellen – nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie anders leben. In Systemen, in Routinen, in festen Rahmen. Alles gut. Aber das hier ist eben mein Weg. Und der sieht anders aus.

 

Nomade Gerome beim Kajakfahren

 


 

Ich sehe diesen Lebensstil (Digitaler Nomade) nicht als Ausnahme oder Experiment, sondern als meine Realität. Und ich werde ihn so lange weiterführen, wie es sich gut anfühlt. Ich will die Welt nicht „abarbeiten“. Ich will erleben. Ich will nicht ankommen – ich will unterwegs sein.

Und vielleicht bist du gerade einfach nur interessiert, vielleicht willst du selbst so leben, vielleicht findest du dich irgendwo dazwischen wieder. Ich nehme dich gern mit – auf meine Art. Ohne Show. Ohne Filter.

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