Es gibt diese Tage, die komplett ungeplant anfangen und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – richtig gut werden. Mein Ausflug über Madeira am 28. November war genau so ein Tag. Mit nur drei Stunden Zeit, ein bisschen Chaos im Vorfeld und einem Mietwagen, der erst in letzter Sekunde organisiert wurde, habe ich es geschafft, einen Morgen voller Eindrücke und Highlights zu erleben. In der Nacht vorher war noch unklar, ob ich überhaupt ein Auto bekomme. Ich hatte meine Tasche vorsorglich gepackt, meine Drohne und Kamera griffbereit, und habe verschiedene Autovermietungen angerufen. Schließlich hatte ich Glück: Eine Vermietung brachte mir den Wagen um 8:15 Uhr direkt zum Hafen. Perfekt für meinen Plan, denn ich musste um 12:00 Uhr wieder zurück auf dem Schiff sein. Noch besser war, dass ich mir den Wagen mit einem Kollegen teilte, der ihn später übernahm – so hatte ich die maximale Freiheit, ohne mich um die Rückgabe zu kümmern. Mein erster Stopp führte mich nach São Vicente. Die Fahrt dorthin war schon beeindruckend. Madeira hat diese wilde, ursprüngliche Atmosphäre, die sich wie ein Mix aus Dschungel und alter Zivilisation anfühlt. Die Straßen winden sich durch grüne Schluchten, alles ist dicht bewachsen, und es fühlt sich an, als wäre die Insel ein einziger lebendiger Organismus. In São Vicente parkte ich direkt an der Küste. Hier holte ich das erste Mal die Drohne raus, und dieser Moment war ohne Frage das Highlight des Tages. Die Küste bildete eine V-förmige Schlucht, die von oben einfach gigantisch aussah. Während die Drohne aufstieg, öffnete sich der Blick über die gesamte Landschaft – die wilden Wellen, die sich gegen die Felsen warfen, die steilen Klippen und die unendliche Weite des Meeres. Es war einer dieser Momente, in denen man einfach stehenbleibt und nur staunt. Genau dafür liebe ich solche Ausflüge. Von São Vicente fuhr ich weiter nach Seixal, einem weiteren beeindruckenden Ort an der Küste. Hier ließ ich die Drohne noch einmal fliegen und machte ein paar Fotos. Die Landschaft hatte eine ähnliche wilde Schönheit, doch ich merkte schon, dass die Zeit drängte. Deshalb ging es nach einem kurzen Halt wieder zurück nach São Vicente, wo ich noch einen kleinen Zwischenstopp einlegte. Ich habe mir ein Café bestellt und fuhr direkt weiter zum nächsten Stopp. Der letzte führte mich dann ins Landesinnere zum Miradouro da Terra Grande. Die Straße dorthin schlängelte sich durch eine enge Schlucht, und die umliegenden Berge waren, wie so oft auf Madeira, von dichtem Grün bedeckt. Oben angekommen, ließ ich die Drohne ein letztes Mal steigen. Von der Luft aus war die Szenerie wieder etwas ganz anderes: die Straße, die sich wie ein Band durch die Landschaft zog, eingerahmt von den endlosen Berghängen. Leider blieb keine Zeit, irgendwo tiefer in die Natur zu wandern, aber allein dieser Blick von oben war es schon wert. Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Der erste Spot in São Vicente war ohne Frage das Highlight, aber jeder Stopp hatte seinen eigenen Charme. Madeira hat eine beeindruckende Vielfalt, die mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Am Ende bin ich froh, dass ich den Morgen so genutzt habe. Manchmal reicht ein bisschen Spontanität, ein Mietwagen und die richtige Einstellung, um einen Tag besonders zu machen. Und Madeira liefert einfach immer – ob mit oder ohne Plan.